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Unternehmenstrends 2020: Auf in eine goldene Zukunft?

16.01.2020 Autor Jakob Carstens

Eine neue Dekade bricht an. Zum Jahresanfang hört man sowohl optimistische als auch pessimistische Kommentare auf Seiten der Wirtschaft, Politik und KonsumentInnen. Ob wir vor goldenen Zwanzigern stehen? Der Blick in die Zukunft ist ungewiss, aber in einigen Trends ist man sich einig. Was Unternehmer nicht verpassen sollten, um schon jetzt die Weichen für ein erfolgreiches Jahrzehnt zu stellen, haben wir recherchiert. Über das Top-Thema Digitalisierung hinaus stehen Personalfragen, der Umgang mit neuen Medien und nicht zuletzt Nachhaltigkeit auf der Agenda.

1. Digitalisierung: Mehr als ein Trend

Allen voran und eng verwoben mit den meisten anderen Entwicklungen steht die Digitalisierung. Manche mögen ihr noch mit Skepsis gegenüberstehen, andere schöpfen bereits aus der Vielfalt der Möglichkeiten, die sie mit sich bringt. Fakt ist, dass die digitale Entwicklung vor allem auch für kleine und mittelständische Unternehmen unumgänglich ist und ⎼ richtig umgesetzt ⎼ große Chancen mit sich bringt. Was zunächst aufwändig erscheint, sollte tatsächlich nicht stiefmütterlich behandelt werden. Die wichtigste Botschaft der Candidus Unternehmensberatung lautet: Es sollte nicht an Ressourcen gespart werden, um die Digitalisierung ganzheitlich und strategisch in alle Unternehmensbereiche zu integrieren und so wettbewerbsfähig zu bleiben. Herausforderungen seien dabei vor allem:

  • mangelnde Änderungsbereitschaft auf Seiten der Mitarbeiter,
  • unklare Aufgabenverteilung auf Managementebene,
  • sowie die zeitlichen und monetären Ressourcen neben dem Tagesgeschäft aufzubringen.
Hier lohnt es sich, umzudenken, Pioniergeist zu wagen und die Chance des Wandels zu nutzen: “Die Studienteilnehmer sehen die größten Möglichkeiten durch agile Organisationsformen in der abteilungsübergreifenden Vernetzung der Mitarbeiter. Der unternehmensübergreifende Informationsaustausch und die damit verbundene gesteigerte Transparenz werden mithilfe schlanker Prozesse gestärkt.” Auch der Präsident der Fraunhofer Gesellschaft, Reimund Neugebauer, sieht Chancen im digitalen Wandel. Im Gegensatz zur alten Angst davor, dass „die Maschine” dem Mensch die Arbeit wegnimmt, soll diese vielmehr durch künstliche Intelligenz und smarte Systeme erleichtert werden. Es lohnt sich also zu investieren, um den sich wandelnden Anforderungen des Markts langfristig gerecht zu werden.

2. Personal: Auf zu neuen Ufern der Flexibilität

Die Chancen des digitalen Wandels setzen sich auf HR-Ebene fort. Schon jetzt ist es in vielen Unternehmen gang und gäbe „remote” zu arbeiten, das Home Office ist ein fester Bestandteil vieler Arbeitsabläufe. Laut Trendreport, ein Redaktions-Netzwerk aus freien Journalisten und Wirtschaftsexperten, steuert diese Entwicklung auf einen Paradigmenwechsel zu: „2020 wird es Teil der Kultur werden, remote arbeitende KollegInnen als eine Erweiterung des Unternehmens zu verstehen, quasi als virtuelle Satelliten“, wird Mark Strassmann als Unternehmensexperte zitiert. Auch hier liegt die Betonung auf einem ganzheitlichen Kulturwandel, bei dem die MitarbeiterInnen mit Weiterbildung und Beteiligung integriert werden. Neue Technologien sollen digitale Arbeitsplätze schaffen. Vor allem unter jungen ArbeitnehmerInnen weiten sich alternative Lebenskonzepte auf die Arbeitswelt aus. Das Interesse an Teilzeitstellen und Multijob-Konzepten wächst. Hier kann es sich für Unternehmen besonders auszahlen, Flexibilität und Offenheit innerhalb der Recruiting-Strategie zu etablieren. Dies gilt sowohl auf vertraglicher Ebene, als auch beim Bewerbungsprozess. Dort entwickelt sich der Trend weg vom klassischen Bewerbungsprozedere, hin zu digitalen Lösungen und effektiven Matching-Tools, wie zum Beispiel Recruit’em oder eRecruiter, die die Abläufe für beide Seiten effizienter gestalten.

3. Digital Detox: User erwarten Qualität statt Quantität

Die neuen Medien gehen nicht nur auf HR Prozesse über. Auch fürs Marketing bleiben sie weiterhin führendes Tool. Der Trend geht allerdings in Richtung Social Media Wellness. Die Nutzung wird individueller, neue Dienste wie TikTok setzen auf kleinere Communities mit mehr Authentizität, was bedeutet, dass auch die Unternehmenskommunikation auf diesen Kanälen gezielter gestaltet werden muss. Allerdings wird der starke Konsum von Nutzern mittlerweile oft als übermäßig empfunden, so dass immer mehr bewusste Pausen eingelegt werden: „Digital Detox”. Die Marketing-Experten des talkwalker Trendreports finden das jedoch nicht alarmierend: das Verhalten ändere sich, sei aber weit entfernt von einem Rückgang der Nutzung sozialer Medien. Für die Unternehmenskommunikation heißt dies, Inhalte noch bewusster aufzubereiten und zu streuen: Authentizität vor Aufmerksamkeitsgier lautet die Devise. Auch Datensicherheit wird zunehmend groß geschrieben. Es gilt hier noch mehr Vorsicht zu wahren und Transparenz zu leben.

4. Nachhaltigkeit: Mehr als grün

Obwohl die Klima-Debatte auf allen Ebenen sehr kontrovers diskutiert wird, wird es in Zukunft aufgrund der Erwartungshaltung am Markt und höchstwahrscheinlich auf Seiten der Politik wachsenden Druck auf die Unternehmen geben, nachhaltiger zu wirtschaften. So zeichnet sich ein zukunftsgerichtetes Wirtschaftsmodell dadurch aus, Nachhaltigkeit nicht nur mit Blick auf den Umweltaspekt anzugehen, sondern auch soziale und ökonomische Faktoren einzuschließen. Dies kommt nicht nur der Umwelt zugute, sondern kann auch die Attraktivität als Arbeitgeber steigern und neue KundInnen locken. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Umstellung strategisch in die digitale Ausrichtung mit einfließen und wertvolle Synergien erzeugen kann. Es lohnt sich demnach doppelt strategisch umzudenken und zu investieren.
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