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Der Mittelstand braucht Mittel: Finanzierung und Digitalisierung Top-Themen 2020

23.12.2019 Autor Jakob Carstens

Rezession, globale Handelskonflikte, Stellenabbau. Beim Studieren der aktuellen Medienlandschaft kann einem als Unternehmer schon etwas flau im Magen werden. Wir haben einmal genau hingeschaut. Gemeinsam mit der Kommunikationsagentur Oseon aus Frankfurt haben wir 400 mittelständische Unternehmen bundesweit zum Thema Fremdfinanzierung befragt ⎼ und die Ergebnisse mit Hinblick auf die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen zusammengefasst. Die gute Nachricht: In den Konjunkturschwankungen steckt auch Potenzial. Wer die Bewegungen richtig nutzt, kann sich für die Zukunft wappnen und langfristig profitieren.

Warm anziehen? Ein Blick auf die Situation am Markt

Zahlen lügen nicht. Betrachtet man aktuelle Statistiken und Stimmungsbarometer, kann man sowohl in der Großindustrie als auch im Mittelstand in den letzten Monaten einen Abwärtstrend verzeichnen: „Mittelständisches Geschäftsklima sinkt aufgrund niedriger Erwartungen und verschlechterter Lage”, heißt es unter anderem im Mittelstandsbarometer der KfW. Dies sei unter anderem globalen Risiken, der andauernden Brexit-Debatte und technologischen Herausforderungen für die Automobilindustrie geschuldet, die für einen Rückgang der Investitionstätigkeit, also auch auch der weltweiten Exporte sorgen. Es wird aber auch angemerkt, dass der Binnenmarkt, und somit ein großer Teil des Mittelstands, den Schwankungen robuster gegenüber stehe.

Das erkläre auch warum die international ausgerichtete Großindustrie stärker leide, als kleinere und mittelgroße Unternehmen. Parallel ist das Thema Digitalisierung und der damit verbundene Druck des Wandels nicht zu unterschätzen. Denn auch wenn das Digitalisieren von Prozessen Erleichterung und Optimierung verspricht, sind Umstellungen generell zunächst mit zeitlichen und finanziellen Investitionen verbunden. Die Arbeitsgemeinschaft Der Mittelstand sieht hier vor allem auch Verantwortung bei Bund und Ländern, bessere Voraussetzungen zu schaffen. Insbesondere bürokratische Prozesse sollten vereinfacht werden und die Fortbildung von Mitarbeitern gefördert.

Kühlen Kopf bewahren: Potenzial erkennen und ausschöpfen

Dass es einen Abwärtstrend gibt, ist nicht unnatürlich und darauf mit Unruhe und Vorsicht zu reagieren, ebenso wenig. Genau diese Faktoren führen allerdings unmittelbar dazu, dass die Prognosen sich weiter bestätigen, da noch weniger investiert und angekurbelt wird. Ein altbekannter Teufelskreis. Vor diesem Hintergrund sind die Erkenntnisse unserer Studie zur Fremdfinanzierung besonders interessant. Es zeigt sich nämlich, dass rückläufige Investitionen unter anderem auf ein zurückhaltendes Verhalten gegenüber von Fremdfinanzierungen zurückzuführen sind und das obwohl großer Bedarf besteht.

  • 100 Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen haben in den zurückliegenden 48 Monaten einen Bedarf zur Fremdfinanzierung verzeichnet, dieser wurde nur zu 80 Prozent gedeckt.
  • Schwierigkeiten für KMUs, attraktive Fremdfinanzierung zu bekommen: Unter anderem werden im traditionellen Bankwesen große Barrieren bei der Antragsstellung, unzureichende Konditionen und eine langsame Bereitstellung von Kapital beklagt.
  • Die Chancen für Kleinunternehmer bei ihrer Hausbank überhaupt finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt zu bekommen, sind oft gering.

Die Gründe für die Lage sind verschieden. Die Vorstellung einer Fremdfinanzierung gilt häufig als unangenehm, der Wunsch finanziell unabhängig zu sein, ist groß. Deswegen vertrauen viele Unternehmen, wenn überhaupt, auf die altbewährte Hausbank. Doch gerade bei traditionellen Banken sind die Prozesse langwierig, die Antragstellung kompliziert und die Chance auf Bewilligung gering. Hier kann die digitale Unternehmensfinanzierung Abhilfe schaffen und frischen Wind in die ökonomischen Entwicklungen bringen. Laut unserer Studie gewinnen Finanzierungsalternativen bereits jetzt an Bekanntheit und Vertrauen unter den deutschen KMUs.

Investition in Innovation: Digitalisierung als Erfolgsfaktor

Das positive Fazit lautet: In der Digitalisierung liegt doppeltes Potenzial. Zum einen eröffnet sich eine ganze Welt an Möglichkeiten, Prozesse zu vereinfachen und diese nachhaltig effizienter zu gestalten. Laut unserer Studie haben viele dieses Potenzial noch nicht als solches erkannt. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umstellung auf digitale Prozesse in den verschiedensten Unternehmen sind zunächst zeitliche und auch finanzielle Aufwendungen ⎼ zum Beispiel für die Schulung von Personal oder Anschaffung von Software ⎼ die sich langfristig auszahlen und neue wirtschaftliche Perspektiven ermöglichen.

Zum anderen gibt es bereits digitale Lösungen für Unternehmer, die schon jetzt Vorteile mit sich bringen: Online-Kredite lösen alle der oben genannten Probleme der Fremdfinanzierung. Die Antragstellung funktioniert unkompliziert online, teilweise können Unternehmer innerhalb von 24 Stunden in Erfahrung bringen, ob Mittel zur Verfügung gestellt werden oder nicht. Hinzu kommt eine hohe Transparenz der Prozesse und Anforderungen. Klare Voraussetzungen sorgen für eine effiziente Prüfung und letztendlich zu einer raschen Bereitstellung von Kapital. Der Chance, jetzt in die digitale Zukunft zu investieren und aus dem Erfolgspotenzial zu schöpfen, steht somit nichts im Weg.

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