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H. Köppe Schrott- und Metallhandel investiert in Betriebsmittel und steigert die Leistung um 30 Prozent

17.04.2019 Autor Nadine Landeck

Ulrich Köppe, Inhaber von H. Köppe Schrott- und Metallhandel, führt den Familienbetrieb im nordrhein-westfälischen Wesel in der dritten Generation. Neben dem Recycling von Metallen bietet er Containerdienste, Abbrüche und Entsorgungen an. Der Unternehmer hat mit einer Finanzierung durch Funding Circle seine Kapazitäten erweitert und neue Betriebsmittel angeschafft, um der erhöhten Auftragslage nachkommen zu können. Zusammen mit seiner Frau Sabine Köppe führt er damit das Familienunternehmen in eine erfolgreiche Zukunft.

„Moment, ich verlade nur noch schnell etwas.“ Es ist einer der ersten warmen Frühlingstage, als wir den H. Köppe Schrott- und Metallhandel in Wesel besuchen. Weiß blühende Kirschbäume umrahmen den Hof in dem Gewerbegebiet am Ortsrand, von den Nachbargrundstücken klingen Maschinengeräusche herüber. Ulrich Köppe, Inhaber des Unternehmens, steigt in die Fahrerkabine des Baggers, hebt mit dem Greifer ein Bündel Metallstangen vom Boden und lässt es in einen Container fallen. Mit einem Surren fährt die Kabine diagonal hoch, sodass Köppe einen Blick auf die Stangen werfen und sie bis zum Boden drücken kann. Mit zufriedenem Gesicht steigt er aus. „Mit unserem neuen Bagger geht das Verladen viel schneller und einfacher.“

H. Köppe Schrott- und Metallhandel in Wesel

Mit sympathischem niederrheinischen Dialekt erzählt Ulrich Köppe von seinem Unternehmen, während er uns das Gelände zeigt. Auf dem Hof stehen mehrere Dutzend Container mit verschiedenen Wertstoffen, in der Halle lagern wertvollere Materialien wie Kupferdraht. Köppe läuft immer wieder geschäftig hin und her und sortiert Wertstoffe, bevor sie wieder dem Recyclingkreislauf zugeführt werden. Zwischendurch nimmt er Anrufe entgegen und instruiert seinen Fahrer, der Metalle zu den Hütten fährt, wo sie eingeschmolzen werden. Köppes Kunden sind zur Hälfte Gewerbekunden wie Drehereien oder Elektroinstallationsfirmen, zur Hälfte Privatkunden. Sie vertrauen ihm. „Wir sind ein alteingesessenes Unternehmen und arbeiten sehr transparent. Der Kunde ist von der Anlieferung über das Durchsortieren und Einwiegen der Materialien bis zur Geldübergabe dabei.“

Ulrich Köppe in der Lagerhalle seines Schrott- und Metallhandels

Über 70 Jahre Familienunternehmen – und ständig im Wandel

Um einen kleinen Schuppen herum sammeln sich Zeugen vergangener Jahrzehnte: alte Blechschilder, eine gusseiserne Glocke, Uhren, Werkzeuge in angerosteten Werkzeugkästen, eine Ladenkasse, Scharniere, Schrauben, bunte Emailtassen, Wannen und Hufeisen – wir fühlen uns wie auf einer Zeitreise.

Tatsächlich gibt es das Familienunternehmen schon seit über 70 Jahren. Köppes Großmutter belieferte ab 1947 Papierhersteller mit Lumpen, bevor sie das Geschäft zum Schrotthandel erweiterte. 1970 übernahm Ulrich Köppes Vater Heinrich und er selbst stieg 1980 nach einer Lehre zum Einzelhandelskaufmann in den Familienbetrieb ein – eine Selbstverständlichkeit für ihn, wie er sagt. Während er für das Praktische zuständig ist, kümmert sich seine Frau Sabine Köppe neben ihrer Tierheilpraxis um Buchhaltung und Finanzen.

Sabine Köppe behält den Überblick über die vielen Schätze auf dem Hof

Erweiterung um Containerdienste und Abbrüche

Vor einigen Jahren erweiterte Ulrich Köppe sein Angebot um Containerdienste und Abbrüche. Wurde vorher alles beim Kunden aufwendig von Hand verladen, stellt Köppe heute bei den Kunden Container auf, die ausgetauscht werden, wenn sie voll sind. Das erhöhte den Durchlauf enorm. Demontagen und Abbrüche etwa in Industrieanlagen macht der Praktiker am liebsten. Vor Ort schaut er sich an, was demontiert werden soll, und organisiert sein Team. „Ich mache das seit 40 Jahren, ich sehe auf den ersten Blick, was zu tun ist. Die Sachen fallen oft nicht so, wie sie sollen. Da muss man sich was überlegen.“

Experte für Nachhaltigkeit

Schwierige Zeiten für das Unternehmen waren die „Schrottschwemme“ nach dem Mauerfall und die Finanzkrise. Auch geplante Änderungen am Kreislaufwirtschaftsgesetz um 2010 machten den Köppes zu schaffen. Damals wollten die Kommunen durchsetzen, dass Privathaushalte ihren Schrott an den stadteigenen Wertstoffhöfen abgeben müssen. Mit dem Argument, dass Schrotthändler nicht nachhaltig genug arbeiteten – Köppe schüttelt den Kopf. „Wenn einer weiß, was Nachhaltigkeit ist, dann ich!“ Gemeinsam mit anderen Händlern gingen die Köppes gegen die Änderungen vor und bekamen recht. Wie sie solche schwierigen Zeiten überstehen? „Kopf hoch und durch, weitermachen, nutzt ja nix.“ Ulrich Köppe lacht verschmitzt.

Überbleibsel aus vergangenen Zeiten

Kapazitätenerweiterung mit einer Wachstumsfinanzierung

Im Spätherbst 2017 hatte der Schrott- und Metallhandel dann die Kapazitätsgrenze erreicht. Die Nachfrage stieg, doch der in die Jahre gekommene Bagger war immer wieder kaputt, sodass Köppe nicht zuverlässig verladen konnte. Um einen schnelleren Durchlauf zu haben, musste ein neuerer Bagger her – und entsprechend Kapital.

Die Beantragung eines Kredites bei der Hausbank erwies sich als schwerfällig und langwierig. Mehrere Wochen verstrichen, ohne dass irgendetwas geschah. Durch einen Zeitungsartikel stieß Sabine Köppe auf das Modell Peer-to-Peer-Kredit und informierte sich über Funding Circle. Auf ihre Anfrage bekamen die Köppes binnen zwei Tagen einen positiven Bescheid, innerhalb von zehn Tagen wurde das Kapital zur Verfügung gestellt. Sie waren begeistert. „Funding Circle ist uns sehr entgegengekommen. Alles von der Anfrage bis zum Geldfluss war sehr unkompliziert. Es ging sehr zügig und trotzdem wurde alles sorgfältig geprüft.“

Mehr Wachstum mit einer zweiten Finanzierung

Im Januar 2018 konnte es endlich losgehen. Die Köppes kauften einen neueren, leistungsfähigeren Bagger, für 35.000 Euro „ein echter Schnapper“, wie Ulrich Köppe betont. Zusätzlich schafften sie sich ein extra auf ihr Gewerbe zugeschnittenes Warenwirtschaftssystem, eine Schnittstelle zur Finanzbuchhaltung und einen neuen Computer an, was für Sabine Köppe eine große Arbeitserleichterung darstellt.

Da zeitgleich immer mehr Anfragen zu Bauschutt, Grünschnitt und Entrümpelung kamen und die Container nicht mehr ausreichten oder den speziellen Vorgaben nicht entsprachen, beschlossen die Köppes, weiter zu expandieren. Dafür nahmen sie vorausschauend eine zweite Wachstumsfinanzierung auf. „Bei Funding Circle geht alles sehr einfach und schnell“, erklärt Ulrich Köppe. „Da kann man die Dinge direkt anpacken.“ Mit dem Kapital stockten die Köppes Betriebsmittel auf und schafften sich neben Spezialcontainern einen weiteren Gabelstapler und einen größeren Lkw-Anhänger an. Der fasst einen Container mehr, sodass nur noch halb sooft gefahren werden muss.

Ulrich Köppe im neuen, über Funding Circle finanzierten Bagger

Erhöhung der Leistungsfähigkeit dank Wachstumsfinanzierung

Das Ergebnis: Durch die beiden Finanzierungen mit Funding Circle konnte der H. Köppe Schrott- und Metallhandel den Umsatz halten und seine Leistungsfähigkeit um ganze 30 Prozent erhöhen. Eine entsprechende Umsatzsteigerung erwarten die Köppes für 2019. Denn noch ein weiteres Vorhaben steht an: Mit den zusätzlichen Containern möchte Ulrich Köppe die Bestellungen in Zusammenarbeit mit einem Online-Portal auch auf Bauschutt und Gartenabfälle aus Privathaushalten ausweiten. Der Bedarf ist da, jeden Tag kommen dazu mehrere Anfragen. Wie aufs Stichwort klingelt das Telefon. Bleibt uns nur, den Köppes viel Erfolg mit ihren weiteren Plänen zu wünschen!

 

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