header.jpg

Geldanlage-Tipps – 5 Regeln für 2016

07.01.2016 Autor Lerato Bogatsu

Zum Jahresende finden Anleger in den Medien eine Fülle von Ein- und Ausblicken zu verschiedenen Anlageklassen und Anlagemöglichkeiten für 2016 sowie korrespondierende Geldanlage-Tipps.

Fest steht allerdings: Klare Prognosen zu treffen wie sich die Kurse an den Börsen im neuen Jahr entwickeln, das können selbst die erfahrensten Marktexperten nicht. Bestenfalls lassen sich Trends erkennen. Während Uneinigkeit darüber besteht wie sich die verschiedenen Anlageklassen entwickeln, so herrscht zumindest Konsens darüber, dass 2016 turbulent wird. Kaum verwunderlich angesichts der jüngsten geopolitischen Ereignisse: Die vergangenen Monate waren schließlich geprägt von einer Rekord-Flüchtlingswelle und den anhaltenden Konfliktherden in der Ukraine, in Syrien oder dem Irak. Ereignisse, die 2016 die Aktienkurse maßgeblich beeinflussen werden, sind die Präsidentenwahl in den USA im November und die (mögliche) Abstimmung über einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union („Brexit”).

Weiterhin spannend wird die Lage an den weltweiten Finanzmärkten bleiben, nachdem die US-amerikanische Notenbank im Dezember 2015 den Leitzins anhob und damit die Geldpolitik lockerte. Eine allzu gravierende Zinstrendwende in den USA ist jedoch auch im kommenden Jahr nicht zu erwarten. Anders die Situation in Europa. Hier hat die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang Dezember neben der Senkung des Einlagenzinssatzes auch eine Ausweitung ihres Anleiheankaufprogramms bis mindestens März 2017 beschlossen. EZB-Präsident Mario Draghi hält somit an der Politik des lockeren Geldes fest. Da sein Experiment nicht aufgeht, steht er jedoch zunehmend in der Kritik. Klar ist in jedem Fall: Um die Entscheidungen der Währungshüter kommen Anleger 2016 nicht herum. So schreibt das Handelsblatt, dass auch im nächsten Jahr die Notenbanken die Kurse machen. Auf die Sitzungen der Notenbanken dürften Anleger also mit Spannung schauen.

Wussten Sie, dass…

… die Dax-Entwicklung in den ersten fünf Handelstagen des neuen Jahres einen Vorgeschmack auf das neue Börsenjahr liefert? Einer Börsenregel zufolge gibt die Entwicklung in diesem Zeitraum die Richtung für das Gesamtjahr vor. In der knapp 30-jährigen Geschichte des Dax traf diese Regel in rund 70 Prozent der Fälle zu - auch im Jahr 2015, in dem der Leitindex bislang rund zehn Prozent zugelegt hat.

Vor diesem prognostizierten Marktumfeld sollten private Investoren einige Überlegungen in ihre Anlageentscheidung einbeziehen:

  1. Der Masse vertrauen

    Ganz gleich, ob in Aktien, Anleihen oder Edelmetalle investiert wird: Analysten und Volkswirte raten nicht auf die Weisheiten der Masse zu trauen. Denn 2015 hat gezeigt, dass diese bei Anlageformen wie Bonds und Gold ziemlich daneben lag.

  2. Auswirkungen geopolitischer Ereignisse außer Acht lassen

    Auch die kommenden Monate werden stark von politischen Unruhen geprägt sein. Sollte sich der Kampf gegen die IS beispielsweise verschärfen, so hätte dies gravierende Auswirkungen auf die Börsen. Voll investierte Anleger sollten dies stets bedenken.

  3. Das Portfolio diversifizieren

    Eine breite Streuung ist vielleicht der Geldanlage-Tipp schlechthin. Finanzmarktexperten predigen immer wieder eine gute Diversifikation des Portfolios. Obwohl diese Maßnahme ein sinnvolles Mittel gegen starke Verluste ist, tendieren viele Anleger dazu dieses Mantra bei der Geldanlage zu vergessen. Angesichts der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten ist der Multi-Asset-Ansatz ratsam. Anleger sollten ihre Portfolios über verschiedene Anlageklassen, Regionen und Branchen streuen.

  4. Aktives Management betreiben

    Ungeachtet der Prognosen sollten Anleger auf ein aktives Management ihres Portfolios setzen. Denn bei Anlageklassen zu lange an festen Quoten festzuhalten, sei laut Experten wenig ratsam. Ein aktives Management erleichert jedoch die professionelle Auswahl der Einzelanlagen und ermöglicht eine schnelle Reaktion auf Marktbewegungen.

  5. Nur wer wagt, gewinnt

    Neues Jahr, alte Trends: Weiterhin niedrige Zinsen dürften die Aktienkurse beflügeln. Die Unternehmensbilanzen sehen gut aus, da Kredite derzeit günstig zu bekommen sind. Anleger wenden sich risikobehafteren Anlageklassen wie Aktien zu. Selbiges gilt auch für Anleihen. Statt Bundesanleihen mit Minirendite empfehlen große Vermögensverwalter auf die Staatsanleihen von Ländern mit niedrigerer Bonität wie von Portugal, Italien und Griechenland zu setzen. Auch der Immobilienboom hält 2016 an, allerdings müssen sich Käufer aufgrund der großen Nachfrage mit sinkenden Renditen abfinden.

Mehr zum Thema Geldanlage 2016:

  • Globaler (pessimistischer) Guide für 2016 inkl. interaktiver Infografik von Bloomberg
  • Ausführliche Handelsblatt-Serie zu Anlagestrategien 2016
  • Diese Fehler sollten Anleger 2016 vermeiden zeigt die Fotostrecke im Manager Magazin
  • Zehn Strategien für mutige Anleger im Handelsblatt
Artikel in der Kategorie Investoren