Unser Forderungsmanagement

Sobald eine Zahlung in Verzug gerät, kümmern wir uns um eine schnelle und faire Lösung – für Investoren und Kreditnehmer.

Bei Funding Circle investieren Anleger in die Kreditprojekte kleiner und mittlerer Unternehmen aus ganz Deutschland. Alle Kreditprojekte, die über unseren Marktplatz finanziert werden, durchlaufen vor der Freischaltung auf der Funding Circle - Plattform unsere interne Risikoanalyse. Das Ergebnis der Risikoanalyse ist eine Ausfallwahrscheinlichkeit, die in Form eines Zinssatzes und der Zuordnung in eine Risikoklasse das mögliche Renditepotenzial beziffert.

Wie bei jeder Investition mit Renditechance gibt es ein Risiko: Es besteht immer die Möglichkeit, dass ein Unternehmen seinen Kredit nicht rechtzeitig oder nicht vollständig zurückzahlen kann.

Der Grund ist in den meisten Fällen nicht etwa schlechtes Management, sondern vielmehr äußere Einflüsse, wie beispielsweise:

  • Veränderung der wirtschaftlichen oder politischen Lage
  • unerwartete Einstellung der Unterstützung durch die Hausbank
  • Häufigster Grund: der Kreditnehmer hat Außenstände gegen seine Kunden

Im Folgenden erklären wir Schritt für Schritt, wie unser Forderungsmanagement arbeitet, wenn ein Kreditnehmer mit der Rückzahlung in Verzug gerät.

Fehlgeschlagene Abbuchung - Phase I

Ab Tag 1 der verspäteten Rückzahlung

Unser Team nimmt mehrmals pro Woche Kontakt zum Kreditnehmer auf – per Telefon und E-Mail oder per Post – bis wir folgende Informationen erhalten:

  • Grund für den Verzug
  • Datum der Nachzahlung

In den meisten Fällen wird der Bürge ebenfalls kontaktiert.

Das Kreditprojekt wird in der Portfolio-Übersicht als x Tage verspätet markiert.

Mahnung an Kreditnehmer und Bürgen - Phase II

Ab Verzug einer 2. Rate

Wir senden eine Mahnung an Kreditnehmer und Bürgen per Post mit der Aufforderung zum Ausgleich der rückständigen Raten innerhalb von 14 Tagen.

Es folgt die wiederholte Kontaktaufnahme per Telefon und E-Mail mehrfach pro Woche.

Kündigung des Vertrages - Phase III

Ausbleiben der Rückzahlung offener Raten

Kündigung des Kreditvertrags

  • Fälligstellung des gesamten, noch ausstehenden Kreditbetrags inkl. der durch den Verzug entstandenen Kosten
  • Kündigungsschreiben an Kreditnehmer und Bürgen per Post mit der Aufforderung zum Ausgleich der offenen Gesamtforderung innerhalb von 14 Tagen
  • regelmäßige Kontaktaufnahme mit Kreditnehmer und Bürgen per Telefon und E-Mail

Übergabe an Inkasso-Unternehmen - Phase IV

Übergabe der Anleger-Forderungen entweder an unser zur Unternehmensgruppe gehörendes Inkassobüro, die FC Forderungsmanagement GmbH, oder an einen anderen Inkassodienstleister.

Die Kontaktaufnahme mit Kreditnehmer und Bürgen erfolgt dann parallel und in regelmäßigen Abständen durch unseren jeweiligen Inkassodienstleister.

Das Kreditprojekt wird in der Portfolio-Übersicht als Ausfall markiert. Sie sehen dort ebenfalls die auf Ihre Investition entfallende Summe, die sich im Inkasso befindet.

In diesem Status verbleibt das Kreditprojekt, bis Sie Ihre Forderung vollständige erhalten haben oder bis das Inkassoverfahren abgeschlossen ist.

Inkasso- oder Insolvenzverfahren - Phase V

In Deutschland darf nur ein registriertes Inkassounternehmen die folgenden Schritte zur Einziehung von Forderungen gegenüber Kreditnehmern und Bürgen durchführen. Alternativ kann nach Abschluss der Phasen I und II auch ein Rechtsanwalt mit der Einziehung der Forderung beauftragt werden.

Sowohl bei der FC Forderungsmanagement GmbH als auch bei den anderen Inkassodienstleistern, die wir mit der Einziehung der Forderung beauftragen, handelt es sich jeweils um registrierte Inkassounternehmen.

Für den Fall, dass ein Unternehmen Insolvenz beantragt hat, wird unser Inkassodienstleister ebenfalls tätig und meldet die Gläubigerforderung zur Insolvenztabelle an. Ein Insolvenzverfahren kann mehrere Jahre andauern.

Das von uns beauftragte Inkassounternehmen unternimmt während der gesamten Phase V verschiedene Schritte zur Einziehung der Forderung.

Das Inkassounternehmen führt u. a. folgende Schritte durch:

  • Versenden von Mahnschreiben in regelmäßigen Abständen
  • Telefoninkasso
  • Einleitung des gerichtlichen Mahnverfahrens sowie Zwangsvollstreckungsmaßnahmen wie z.B. Pfändungen und Überwachung derselben

Sollte ein Kreditnehmer / Bürge im gerichtlichen Mahnverfahren Rechtsmittel einlegen, so dass sich ein streitiges Gerichtsverfahren anschliesst, dann schaltet das von uns beauftragte Inkassounternehmen eine Rechtsanwaltskanzlei zur Durchführung des streitigen Gerichtsverfahrens ein.

Häufige Fragen

Allgemein

Die FC Forderungsmanagement GmbH ist ein registriertes Inkassounternehmen, das zur Funding Circle - Unternehmensgruppe gehört. Die Mitarbeiter der FC Forderungsmanagement GmbH verfügen über mehrjährige Erfahrung im Bereich Forderungsmanagement.

Für den Anleger besteht keine Nachschusspflicht.

Die von uns beauftragten Inkassounternehmen werden lediglich im Erfolgsfall vergütet. Dieser tritt ein, wenn aufgrund der Tätigkeit des Inkassounternehmens Zahlungen beim Kreditnehmer oder Bürgen erfolgreich eingezogen werden können. Im Idealfall werden alle Kosten für die Leistungen des Inkassounternehmens durch den Schuldner (Kreditnehmer oder Bürge(n)) getragen und die Anleger erhalten ihre komplette Anlage ohne Abzüge zurückgezahlt.

Wie jeder unserer Inkassopartner betrachtet auch die FC Forderungsmanagement GmbH jeden Einzelfall und versucht, eine für alle Beteiligten passende Lösung zu finden. Beispielsweise kann mit dem Kreditnehmer unter bestimmten Voraussetzungen eine Ratenzahlung vereinbart werden, wenn hierdurch die Chance auf eine vollständige Rückzahlung des Kredits gesteigert wird. Über den aktuellen Status des Inkassoverfahrens halten wir unsere Anleger per E-Mail auf dem Laufenden.

Kreditnehmer

Funding Circle bucht die monatlichen Raten immer zum 15. eines Monats ab. Entsprechend des Prinzips eines Annuitätendarlehens ist die Ratenhöhe konstant und setzt sich aus unterschiedlich hohen Tilgungs- und Zinsbeträgen zusammen.

Eine Änderung des Abbuchungsdatums ist nicht möglich. Sollten Sie Schwierigkeiten bei der Begleichung der Raten zum 15. eines Monats haben, kontaktieren Sie uns bitte telefonisch unter 030 2084 900 - 35 oder per E-Mail an zahlung@fundingcircle.de.

Für die erste Rate gilt: Wenn weniger als 30 Tage zwischen Auszahlung und Fälligkeit der ersten Rate vergangen sind, buchen wir zum 15. eines Monats, der auf die Auszahlung folgt, die sogenannten Vorlaufzinsen ab. Die erste Rate, die aus Tilgung und Zinsen besteht, wird dann im zweiten Monat nach Auszahlung fällig. Ab diesem Zeitpunkt ist die Ratenhöhe konstant. Die Höhe der Raten entspricht der im Unternehmenskreditvertrag mit unserer Kooperationsbank vereinbarten Höhe.

Kurzfristige Zahlungsschwierigkeiten sind unangenehm und alle Parteien möchten diese Situation schnellstmöglich beheben. Wenn Sie absehen können, dass die Abbuchung einer monatlichen Rate nicht gewährleistet ist, melden Sie sich bitte telefonisch unter 030 2084 900 - 35 oder per E-Mail an zahlung@fundingcircle.de bei uns. Wir helfen Ihnen gern weiter und besprechen die individuellen Möglichkeiten für die zügige Nachzahlung.

Unser Forderungsmanagement-Team wird Sie im Namen der Anleger, die in Ihr Projekt investiert haben, kontaktieren, wenn wir feststellen, dass eine Zahlung nicht bei Ihnen abgebucht werden konnte. In solchen Fällen bitten wir Sie die Verzögerung zu begründen und ein Alternativdatum für die Nachzahlung anzugeben. Ziel ist ein möglichst geringer Zahlungsverzug gegenüber Ihren Anlegern.

Falls sich Ihre Kontoverbindung geändert hat, teilen Sie uns dies bitte bis zum 10. eines Monats mit, damit wir die Bankdaten in unserem System rechtzeitig vor der Abbuchung anpassen können. Benachrichtigen Sie uns hierzu bitte per E-Mail anzahlung@fundingcircle.de.

Investoren

Funding Circle kümmert sich für Sie ab Tag 1 einer verspäteten Zahlung um die schnellstmögliche Nachzahlung. Sie haben uns damit im Rahmen des Forderungskaufvertrages beauftragt.

Unser Forderungsmanagement-Team nimmt mehrmals pro Woche via Telefon, E-Mail und/oder Post mit jedem einzelnen verspäteten Kreditnehmer und ggf. Bürgen Kontakt auf. Während dieses Prozesses wird ermittelt, warum der Verzug aufgetreten ist und wann die schnellstmögliche Nachzahlung erfolgen kann. Sobald eine Zahlung durch den Kreditnehmer erfolgt ist, wird die entsprechende Zahlung umgehend in anteiliger Höhe Ihrer Investition an Sie weitergeleitet.

Bei Kreditnehmern, die sich mehr als zwei Wochen im Zahlungsverzug befinden, erhalten Sie per E-Mail aktuelle Informationen von uns. In dieser Benachrichtigung setzen wir Sie darüber in Kenntnis, welche Schritte unser Forderungsmanagement-Team bereits unternommen hat, welche Gründe wir für den Verzug ermitteln konnten und welche Vereinbarung wir mit dem Kreditnehmer zur schnellstmöglichen Nachzahlung offener Beträge getroffen haben. Falls ein Projekt länger im Verzug sein sollte, senden wir alle 4 Wochen neue Updates mit weiteren Informationen.

Bitte beachten Sie, dass bei Kreditprojekten, die sich im Inkasso-, Gerichts- oder Insolvenzverfahren befinden, längere Zeit vergehen kann, bevor neue Informationen verfügbar sind.

Wenn ein Unternehmen seine Verbindlichkeiten nicht mehr begleichen kann und ggf. schon überschuldet ist, ist es zahlungsunfähig und muss Insolvenz anmelden.

Das Insolvenzverfahren dient der möglichen Sanierung eines Unternehmens, der Sicherung von Vermögenswerten und der Befriedigung der Gläubiger.

Nachdem das Insolvenzgericht dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des betroffenen Kreditnehmers stattgegeben hat, kann ein vorläufiger Insolvenzverwalter vom zuständigen Amtsgericht bestimmt werden. In vielen Fällen übernimmt dieser später auch die weitere Insolvenzverwaltung.

Im vorläufigen Insolvenzverfahren meldet der vorläufige Insolvenzverwalter den Gläubigern des insolventen Unternehmens, dass Insolvenz angemeldet wurde.

Im Folgenden wird untersucht, ob das Unternehmen noch über ausreichend Insolvenzmasse - also Vermögen - verfügt, um wenigstens die Kosten eines Insolvenzverfahrens zu decken. Trifft dies zu, wird das Insolvenzverfahren eröffnet und die Gläubiger haben Gelegenheit, ihre Forderungen zur Insolvenztabelle anzumelden. Andernfalls wird das Insolvenzgericht die Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse ablehnen. Bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens werden in verschiedenen Berichts- und Prüfungsterminen die Gründe der Zahlungsunfähigkeit, ggf. der Verdacht einer Insolvenzverschleppung sowie die Vermögensmasse analysiert. Im Schlussbericht wird festgelegt, ob

  • nach Ende und Abzug der Kosten des Insolvenzverfahrens noch Vermögen zur Verteilung an die Gläubiger vorhanden ist,
  • das Insolvenzverfahren aufgehoben wird und / oder
  • eine Restschuldbefreiung (nach der so genannten sechsjährigen Wohlverhaltensphase) erfolgt.

Für den Fall, dass nach Abzug der Kosten des Insolvenzverfahrens noch vorhandenes Vermögen ermittelt wird, bestimmt der Schlussbericht für die Verteilung

  • wie hoch die Vermögensmasse ist und
  • welche Verteilung des Vermögens auf die einzelnen Gläubiger entfällt.